In German, to be translated soon

I AM UTOPIA ? ON DRUGS EROTICA ? BLESSED BY PSYCHEDELIA ? MAKE YOUR BATH IN ETERNIA

So singt eine Stimme in dem eröffendenden ?I am Utopia?, wohl damit der Hörer gleich weiß, was ihn auf AlphaOmegaAlpha erwartet. Saturnia, oder genauer gesagt der einzige genannte Instrumentalist des Projektes namens Luis Simões hat sich nämlich auf psychedelisch-spacige Rockmusik spezialisiert, die für meine Begriffe genau die richtige Balance erreicht zwischen Improvisationen und ausgereiften Arrangements, zwischen greifbaren musikalischen Einfällen, Jams und Flower Power-Mystik. Und es wird hier nicht etwa ausgiebig gejammt, nur um zwei Scheiben vollzukriegen. Nein, die Stücke sollen zwischen 2007 und 2011 entstanden sein.
In dem ?Arcanian Watcher? ertönt beispielsweise von dem Gedanken des Friedens beseelter Sprechgesang zu den sanften Streichern, Harfen, blubbernden Synthies und einschmeichelnden Gitarren. Und das kommt mir bei mir nicht etwa prätentiös, oder gewollt, sondern sehr authentisch an.
Meistens bietet die Ein-Mann-Combo von Simões aber eine vom Schlagzeug getragene, entweder treibende, oder rhythmisch behäbige Musik, die zwar gelegentlich Einflüsse wie Pink Floyd, Ozric Tentacles, Gong und Hawkwind aufweist, sich aber mit eigener, sehr stimmigen Version von psychedelischem Spacerock freischwimmen kann. Bei dem fast schon hingehauchten Gesang von ?Dance Trance? fühle ich mich in eine Welt des spacigen Artrock versetzt, als würde beispielsweise Steven Wilson Porcupine Tree plötzlich verstärkt auf die psychedelisch-trancigen Wege führen wollen.
Die Mellotron-Streicher, Mellotron-Chöre, Mellotron-Flöten und die blubbernden Synthesizer sprechen zudem den Retro-Fan in mir an. Gar nicht selbstverständlich: die Musik von Saturnia zeichnet sich durch eine beachtliche Vielfalt aus, die sich im Aufeinandertreffen von rockigen, bluesigen, ethnischen und jazzigen Akzenten äussert.
Auf der zweiten CD kommen auch fernöstliche Instrumente in ebensolchen Arrangements zum Einsatz. Da beginne ich mich langsam nach den, dem Vernehmen nach, seligen 60ern zu sehnen. Aber es es kann auch durchaus sein, dass solche Musik inzwischen zeitlos geworden ist
Insgesamt bietet ?AlphaOmegaAlpha? einen sehr überzeugend gemachten Trip in ein friedliches Paralleluniversum, in dem man, in selbst erzeugte Rauchschwaden gehüllt, sich ausschließlich positiven Gedanken widmen kann.
babyblaue-seiten 18/02/2012 Siggy Zielinski